pexels-lukas-590022

Umfrage ergibt: Mentoring besonders wichtig

 

Gründer*innen die sich im Startup Center der Hochschule der Medien (HdM) beraten lassen hören immer wieder: Kenne deine Kund*innen! Umfragen eignen sich hervorragend, um die Bedürfnisse und Wünsche potentieller Kund*innen abzufragen. Aus diesem Grund haben die Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart und die HdM mit einer Umfrage herausfinden wollen, welche Inhalte in dem neuen Trainingsprogramm „Empowered by Entrepreneurship“ gewünscht sind.

Das Trainingsprogramm hat das Ziel, Menschen mit Migrationshintergrund, Neubürger*innen und Menschen in Umbruchsphasen mit Kenntnissen über soziale Innovation, Unternehmertum und Kreativwirtschaft auszustatten.

Die Umfrage hat Ergebnisse über die allgemeine Situation der potentiellen Teilnehmenden aufgezeigt. Zudem konnte die Zielgruppe über verschiedene Inhalte abstimmen, eigene Fragestellungen und Interessen einfließen lassen, welche nun wiederum die Programmkonzeption essentiell beeinflussen. Ein Projekt kann nämlich nur dann erfolgreich sein, wenn das Angebot optimal auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt ist.

Die Umfrage erfolgte online und in kleinerer Ausgabe bei Instagram. Darüber hinaus wurde der Link zur Umfrage in Facebook Gruppen, sowie auf LinkedIn veröffentlicht, somit konnte eine erstaunliche Teilnehmerzahl erreicht werden. Auch unsere Stakeholder wie z.B. „femalefellows“ blieben nicht unberücksichtigt und wurden zu den einzelnen Themen befragt.

Teilgenommen am Ende haben Personen aus den unterschiedlichsten Altersgruppen und beruflichen Situationen, sodass eine gute Mischung an verschiedenen Meinungen entstanden ist. So ist es interessant zu sehen, dass rund 86% der Antworten von Frauen stammen. Das Altersspektrum hingegen war etwas breiter aufgestellt, sodass zwar eine Tendenz von Interessenten aus der Altersgruppe 31-40 Jahre zu sehen ist, sich aber generell Menschen zwischen 21 und 60 Jahren angesprochen fühlen:

Die Frage nach dem höchsten Bildungsabschluss zeigte, dass etwa 33% einen Haupt- oder Realschulabschluss besitzen und etwas mehr als die Hälfte mit über 52% einen Hochschulabschluss. Auch diese Kenntnis wirkt sich auf die Gestaltung des Trainingsprogramms aus, indem geschaut wird, wie alle Hintergründe berücksichtigt werden und sich gegenseitig ergänzen können.

Dasselbe gilt für den beruflichen Hintergrund, den die potentiellen Teilnehmer*innen mitbringen: rund 62% sind in einer Anstellung, wohingegen ca. 20% arbeitssuchend oder arbeitslos sind. Auch stößt das Trainingsprogramm auf Interesse bei einigen Menschen, die sich bereits in der Selbstständigkeit befinden (19%).

Die Ergebnisse zum möglichen Inhalt waren sehr bereichernd. Dabei gab es keine klare Tendenz, in welchem Bereich sie sich eine Gründung vorstellen können. Unter den Antworten waren die Bereiche Coaching, Kreativwirtschaft, Online Handel, Pflege, Handwerk, Soziale Innovationen, Technologie uvm. Jedoch wurden die sozialen Innovationen mit rund 26% am häufigsten genannt. Ähnlich interessiert waren die Befragten an der Kreativwirtschaft (ca. 20%)

Die Umfrage hat auch ergeben, dass die Leute sich vor allem eine*n Mentor*in, die*der ihnen in ihrem Prozess hilft, wünschen. Zudem sind Kenntnisse im Bereich Finanzierung, Steuern und Geschäftsmodellen gewünscht. Die Ergebnisse werden in das Programm aufgenommen um den Teilnehmenden des Workshops eine gute Grundlage bieten zu können, später selbst ein Unternehmen zu gründen oder auf den Arbeitsmarkt zurückzufinden.

Die vielen Rückmeldungen zeigen auch, dass das Thema aktueller nicht sein könnte und Input dieser Art gesucht wird. Erst kürzlich hat der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) seine Zahlen für das Jahr 2019/2020 veröffentlicht aus denen hervorgeht, dass es immer mehr Gründungsaktivitäten („TEA“) in Deutschland gibt, auch wenn es noch weit hinter anderen vergleichbaren Ländern liegt.

Auch immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund wollen laut GEM ein Unternehmen in Deutschland gründen. Die TEA-Quote der Migrantinnen und Migranten in Deutschland ist 2019 mit 11,8 % deutlich höher als die der einheimischen Bevölkerung (TEA-Quote 7,4 %).

Das Trainingsprogramm soll diese Entwicklungen weiter nach vorne treiben, indem – nicht nur – Menschen mit Migrationshintergrund eine gute Basis an Wissen zur nachhaltigen Unternehmensgründung geboten wird.

Zudem zeigt der GEM, dass „die Welt verändern“ das zweitwichtigste Gründungsmotiv in Deutschland ist, sodass auch hier das „Empowered by Entrepreneurship“ Trainingsprogramm am Puls der Zeit ist.

Insgesamt sind die Ergebnisse zum möglichen Inhalt sehr hilfreich für die weitere Konzeptionierung und Implementierung des Trainingsprogramms. Zum Beispiel wird eruiert, ob und wie Deutschkurse zusätzlich angeboten werden können, da es bei der Frage zur Sprache des Inhaltes keine klare Tendenz gab (47% bevorzugen Deutsch, 19% Englisch und 33% würden beide Sprachen gut finden). Außerdem fließen die Antworten in die sogenannten „ThinkTank Thursdays“ ein: Gesprächsrunden und Unternehmensbesuche, die passgenau für die Zielgruppen erstellt werden. Alle weiteren Infos zum Trainingsprogramm finden sich hier.